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Ausgabe 61 │ November 2016

Rohstoffmärkte im Umbruch

 

Gallium-Preis zieht an

Seit einigen Wochen schon ist bei Gallium ein stetiger Preisanstieg zu beobachten. Dies ist jedoch mitnichten eine Überraschung. Denn viele Produzenten haben in 2016 Kapazitäten gedrosselt bzw.  Fabriken schlichtweg geschlossen, da das Geschäft keine Gewinne mehr abwirft. Entsprechend verhalten reagieren Produzenten daher auf den derzeitigen Bedarfsanstieg, der vor allem aus der Halbleiterindustrie kommt. Man will nicht die Fehler aus der Vergangenheit wiederholen und den Aufschwung mit einem erhöhten Produktionsausstoß gleich wieder ersticken. Die Marktanalysten der Internet-Plattform Argus gehen derzeit davon aus, dass sich der Aufwärtstrend des Gallium-Preises fortsetzt und auch in 2017 anhalten wird.

 

Seltene Erden in Wartestellung

Mit der chinesischen Minmetals verkündet in diesen Tagen einer der führenden Seltenerd-Produzenten, die Produktionsleistung in mehreren Fabriken zu drosseln. Dies mit der Begründung, dass bei aktuellem Preisniveau keine Rendite mehr erzielt werde. Und das, obwohl die Preise im Allgemeinen seit Sommer leicht nach oben tendieren. Dies gilt sowohl für die stark von der Katalysatorindustrie geprägten Metalle Cer und Lanthan, als auch für die sogenannten Magnetmetalle Praseodym und Terbium.

 

Ausblick Seltene Erden

Die Analysten von Roskill haben diesen Monat die 16. Ausgabe ihres allumfassenden Marktberichtes vorgestellt. Als Bedarfstreiber für Seltene Erden werden Katalysator- und Magnetindustrie ausgemacht. Die Versorgung mit Cer und Lanthan sollte dabei jedoch auch in Zukunft problemlos gedeckt werden können. Anders sieht man das bei den Magnetmetallen, wo man für die kommenden Jahre Versorgungsengpässe prognostiziert. Insbesondere durch die zunehmende Verbreitung von Elektroautos erwartet man für die nächsten 10 Jahre einen starken Bedarfsanstieg bei Neodym, Praseodym und Dysprosium. Aber auch Terbium könnte hiervon profitieren, da es ähnlich wie Dysprosium die Temperaturbeständigkeit in Dauermagneten erhöht. Kritisch bewertet Roskill indes die Bedarfsentwicklung von Europium, denn die neue Generation von Leuchtstoffen braucht immer weniger von diesem Element.

 

Rhenium am Scheideweg

Der Preis für Rhenium entwickelt sich seit Wochen kontinuierlich nach unten. Dies gilt jedoch nur für den Spotmarkt, denn die großen Verbraucher sichern sich ihr Kontingent zumeist über Langfristverträge, in denen Preise in der Regel fixiert sind. Im Spotmarkt kam es zuletzt jedoch zu einem Überangebot, insbesondere verursacht durch sekundäres Material. Doch scheinen sich aktuell einige Anbieter mangels Rendite von aus Recycling gewonnenem Material zurückzuziehen, was zu einer Marktberuhigung führen sollte. Langfristig geht man indes auch weiterhin von einem massiven Bedarfsanstieg aus, da sich die Zahl der Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren deutlich erhöhen soll.