Sie zählen zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt: Seltene Erden. Sie werden derzeit hauptsächlich in China abgebaut und gehören zu unserem modernen Leben wie der Punkt auf das i: kein iPod, kein Handy, kein PC, kein Hybridfahrzeug, kein Flachbildschirm und kein Windrad kann ohne Seltene Erden hergestellt werden. Allein in einem Hybridauto sind 20 Kilogramm Seltene Erden verbaut. Es gibt kaum ein IT-Produkt, das ohne Seltene Erden hergestellt werden kann. Seltene Erden sind der Treibstoff der Moderne, Seltene Erden sind vielleicht sogar das Öl der Zukunft.
Die Seltenen Erden bezeichnet man auch als Seltenerdmetalle. Zu ihnen gehören die chemischen Elemente der
3. Gruppe des Periodensystems. Es sind die folgenden Metalle, deren Namen exotisch, geheimnisvoll und
abenteuerlich klingen:
Scandium (Ordnungszahl 21), Yttrium (39), Lanthan (57), sowie die 14 auf das Lanthan folgenden Elemente,
die Lanthanoide.
Zu ihnen gehören Cer (58), Praseodym (59), Neodym (60), Promethium (61), Samarium (62), Europium (63),
Gadolinium (64), Terbium (65), Dysprosium (66), Holmium (67), Erbium (68), Thulium (69), Ytterbium (70)
und Lutetium (71).
Die größte industrielle Bedeutung haben Neodym, Yttrium, Lanthan, Cer, Praseodym, Samarium, Europium,
und Gadolinium.
Seltene Erden werden aufwendig aus den Mineralien Monazit und Bastnäsit gewonnen und kommen zu 95 % aus China. Die größten Vorkommen der Seltenen Erden stammen aus einer einzigen Lagerstätte: der chinesischen Mine Bayan Obo in der Inneren Mongolei (2,9 Millionen Tonnen).
„Der Nahe Osten hat sein Öl, wir haben die Seltenen Erden.“ Dieses Zitat von Deng Xiaoping* bringt auf den Punkt, wie wichtig die Seltenen Erden für viele moderne Schlüsseltechnologien sind:
Eingesetzt werden Seltene Erden als Leuchtstoffe. Sie bewirken, dass magnetisiertes Eisen die magnetische Wirkung nicht verliert. Diese Neodym-Magnete werden als Dauermagnete in Elektromotoren verwendet und in Generatoren von Windkraftanlagen sowie im elektrischen Motoranteil von Kfz-Hybrid-Motoren eingebaut. 13 % der Seltenen Erdmetalle kommen in Polituren zum Einsatz. Etwa 12 % werden für Spezialgläser benutzt und 8 % für die Leuchtmittel der Plasma- und LCD-Bildschirme, für Energiesparlampen und Radargeräte. Neue Zukunftstechnologien wie Brennstoffzellen und Superlegierungen setzen auf die Seltenen Erden. Auch moderne Panzer- und Radaranlagen wären undenkbar ohne den Einsatz von Seltenen Erden.
Diese Industrien gehen von einem steigenden Bedarf an Seltenen Erden aus. So rechnet man mit einer Steigerung von 124.000 Tonnen im Jahr 2009 auf 189.000 Tonnen im Jahr 2012.
*Das Zitat des damaligen chinesischen Ministerpräsidenten stammt aus dem Jahre 1972.
China kontrolliert die Mengen und damit die Preise. Das Land besitzt rund 30 % der Weltreserven, beliefert den Weltmarkt mit 95 % der Seltenen Erden, hat aber seine Exporte stark gedrosselt. Aktuell plant China gar die Exportquoten um 11 - 35 % zu senken. China begründet diese Maßnahme vor allem mit dem Umweltschutz und der bislang übermäßigen Ausbeutung der Rohstoffe. Falls es soweit kommt, ist ein deutlicher Preisanstieg bei nahezu allen Hightech-Produkten programmiert.